Andere Länder, andere Viren

Andere Länder, andere Viren

Icon 10. Oktober 2018
Icon vonHS Serviceteam

Gelbfieber in Brasilien, Malaria in Afrika, Dengue-Fieber in Thailand: Für Vielreisende sind solche Nachrichten der Horror. Sie fragen sich: Bin ich dagegen überhaupt geimpft? Was ist beim Impfschutz für Auslandsreisen Vorschrift, und was ist dringend anzuraten?

Informationen dazu bietet das Auswärtige Amt auf seiner Website an: Hier gibt es sogar eine spezielle Reise-App mit den nötigen Hinweisen für einen sicheren Auslandsaufenthalt. Ganz wichtig – egal wo – ist strikte Hygiene, das heißt häufiges Händewaschen und Wassertrinken. Vorsicht sollte man beim Genuss von Flüssigkeiten und rohen Lebensmitteln walten lassen. Ins Gepäck gehören immer Mückenschutz (Spray, Netz) sowie körperbedeckende helle Kleidung (lange Hosen und lange Hemden). Wichtig für den Fall der Fälle ist eine Firmenauslandskrankenversicherung.

Geht es in Risikogebiete, sollten sich Reisende spätestens einen Monat vor Reiseantritt Infos bei einer tropenmedizinischen Beratungsstelle oder einem Tropenmediziner/Reisemediziner holen und den Impfschutz anpassen.

Regionen und Risiken

Afrika: Die privaten Krankenhäuser in den Großstädten haben europäisches Niveau; die staatlichen Kliniken fallen deutlich dahinter zurück. Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind grundsätzliche Pflichtimpfungen nicht vorgesehen. Nur aus den von der WHO als Gelbfieber-Epidemiegebiet ausgewiesenen Ländern werden Impfnachweise verlangt. Das Auswärtige Amt empfiehlt zudem die Immunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, eventuell auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken („Impf-Klassiker“). Außerdem ist Schutz gegen Hepatitis A und B sowie Tollwut sinnvoll. Wegen der Gefahr von Durchfallerkrankungen und Cholera ist Hygiene extrem wichtig.

USA: Wer in den USA plötzlich erkrankt, muss manchmal weite Wege in Kauf nehmen, um ein Krankenhaus zu erreichen. Behandlungen sind teuer und müssen sofort bezahlt werden. Empfehlenswert ist immer eine Krankenversicherung unter Einschluss der USA.

Süd- und Mittelamerika: Insbesondere in Lateinamerika und der Karibik sind die Mücken sehr aggressiv und übertragen die Zika-Virus-Infektion (Hautausschlag, Fieber, Gelenk,- Muskel,- Kopfschmerzen, Erbrechen). Sie verläuft ähnlich wie das Dengue-Fieber. Das West-Nil-Fieber (grippeähnliche Beschwerden) hat sich seit 1999 verstärkt an der Ostküste über weite Regionen bis nach Kalifornien ausgebreitet. Ähnlich verläuft auch die Hanta-Virus-Erkrankung. Impfungen sind nicht möglich! Empfohlen wird aber Schutz gegen Hepatitis A und B.

Brasilien: Die Brasilianer verlangen bei Einreise aus Europa keinen Nachweis einer Gelbfieberimpfung, obwohl es nur noch wenige Gebiete gibt, die fieberfrei sind. Das Auswärtige Amt empfiehlt einen solchen Schutz aber. Zudem ist in Brasilien wieder das Zika-Virus mit seinen ganzen Nebenwirkungen aktiv. Das Dengue- und Chikungunya-Fieber wird in weiten Teilen des Landes durch Mücken übertragen. Schutz bietet nur das Vermeiden von Mückenstichen durch geschlossene und mit einem Insektenmittel imprägnierte Kleidung. Für freie Hautstellen eignen sich Mittel mit dem Wirkstoff DEET, der in 30%-iger Konzentration Schutz für drei Stunden bietet. Wichtig für Brasilien ist auch Malariaprophylaxe.

China: In China gibt es keine niedergelassenen Ärzte. Im Notfall sollte man immer ein Krankenhaus aufsuchen. Wer aus einem Gelbfieberinfektionsgebiet (Afrika und Südamerika) nach China reist, muss den Nachweis über eine Gelbfieberimpfung mit sich führen. Empfohlen werden auch die Impf-Klassiker gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Keuchhusten, Mumps, Masern, Röteln und Influenza. Bei über 60-Jährigen ist zudem Schutz gegen Pneumokokken, Hepatitis A, Hepatitis B, Tollwut und Typhus anzuraten. Auch in China treten Dengue-Fieber, Malaria (siehe beides: Brasilien) und Vogelgrippe auf. Ferner drohen Durchfall und Japanische Enzephalitis.

Japan: Die Versorgung entspricht dem deutschen Niveau. Obwohl in den großen Städten eine Reihe von englisch- und deutschsprachigen Ärzten zur Verfügung stehen, kann die Kommunikation mit anderen Medizinern nicht immer einfach werden. Es gibt keine Impfvorschriften für die Einreise. Für Langzeitaufenthalte sollte man der Japanischen Enzephalitis (Mückenschutz, eventuell auch Schutzimpfung) vorbeugen. Gegen die hin und wieder auftauchende Hand-, Fuß- und Mundkrankheit hilft nur Hygiene.

Indien: Die medizinische Versorgung ist in vielen Teilen des Landes unzureichend und entspricht nicht unserem Standard. In den Großstädten klappt es besser; dafür ist hier ein Arztbesuch teurer (Vorkasse!). Empfohlen werden die „Impfklassiker“; ferner sollte es Piekser geben gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Enzephalitis.

Russland: Vor allem auf dem Land ist die ärztliche Versorgung oft weniger gut. Die privaten Krankenhäuser in Moskau entsprechen meist deutschem Standard, die Kosten sind aber deutlich höher. In staatlichen Kliniken sind Notfallbehandlungen zwar gratis, das Niveau ist allerdings eher niedrig. Eine notärztliche Behandlung in Privatkliniken erfolgt nur gegen Vorkasse (entweder bar oder per Kreditkarte). Für die Einreise muss Versicherungsschutz nachgewiesen werden. Pflichtimpfungen gibt es nicht; die Klassiker (siehe oben) werden aber angeraten.

Vereinigte Arabische Emirate: Die medizinische Versorgung im Notfall ist gut, zumal es auch viele deutschsprachige Ärzte im Land gibt. Achtung: Die Mitnahme von bestimmten Medikamenten ist ohne ärztliche Verordnung nicht erlaubt. Für Langzeitaufenthalte sind neben den Klassikern auch Impfungen gegen Hepatitis B, Meningokokken (ACWY) und Tollwut zu empfehlen. In Nahost besteht zudem die Gefahr von MERS, die vereinzelt schwere Atemwegserkrankungen auslöst. An einem Impfstoff wird noch geforscht.

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